Gesundheitlicher Bevölkerungsschutz in der Gesamtverteidigung
– Herausforderung für die kommunale Ebene

17. – 18. November 2026 | Steigerwaldstadion, Erfurt

HERZLICH WILLKOMMEN

Die Sicherstellung der Gesundheitsversorgung gehört zu den zentralen Herausforderungen moderner Krisenbewältigung. Pandemie, Naturkatastrophen, hybride Bedrohungen und bewaffnete Konflikte machen deutlich: Gesundheitlicher Bevölkerungsschutz entscheidet sich vor Ort – in Kommunen, Landkreisen und kreisfreien Städten.

Das CP-Symposium zum gesundheitlichen Bevölkerungsschutz richtet den Blick gezielt auf diese kommunale Ebene. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Gesundheitsversorgung unter Krisen- und Kriegsbedingungen aufrechterhalten, angepasst und resilient gestaltet werden kann – unter realistischen Rahmenbedingungen und mit begrenzten Ressourcen.

Über zwei Tage hinweg kommen Vertreter aus Kommunalverwaltung, Gesundheitsämtern, Krankenhäusern, ärztlicher Selbstverwaltung, Rettungsdiensten, Hilfsorganisationen, Ehrenamt und Bundeswehr zusammen. Ziel ist es, bestehende Strukturen kritisch zu reflektieren, Schnittstellen sichtbar zu machen und Handlungsfähigkeit im Verbund zu stärken.

Thematisch fokussiert sich das Symposium auf:

  • die Rolle der Kommunen im gesundheitlichen Bevölkerungsschutz innerhalb der Gesamtverteidigung,
  • Aufwuchs- und Reaktionsfähigkeit von Gesundheitsämtern, Krankenhäusern und niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten,
  • die Verzahnung von Rettungsdienst, Feuerwehr, Verwaltung und Ehrenamt,
  • sowie die Frage, wie zivile und militärische Strukturen im Gesundheitsbereich sinnvoll zusammenspielen können.

Der Fokus liegt auf Lessons Learned, praxisnahen Beispielen aus Kommunen und Ländern sowie auf der Übertragbarkeit von Modellen in unterschiedliche kommunale Ausgangslagen. Die begleitende Industrieausstellung ergänzt das Programm um technische, organisatorische und logistische Lösungsansätze.

Das Symposium richtet sich an kommunale Entscheider, Fach- und Führungskräfte im Gesundheitswesen sowie Verantwortliche im Bevölkerungsschutz, die sich mit der konkreten Umsetzung gesundheitlicher Vorsorge, Versorgungssicherheit und Durchhaltefähigkeit befassen.

Als thematische Vertiefung innerhalb der Gesamtveranstaltungsreihe leistet das CP-Symposium einen zentralen Beitrag zur Frage, wie Gesundheitsversorgung in Krise und Krieg kommunal tragfähig organisiert werden kann – sachlich, praxisnah und mit Blick auf langfristige Resilienz.

Nachbericht 2025

Vom 15.10.-16.10.2025 fand im Steigerwaldstadion Erfurt das diesjährige CP-Symposium zum Themenkomplex “Medizinische CBRN-Gefahrenabwehr als Teil der Gesamtverteidigung” statt. Unter der Leitung von Generalarzt Dr. Bruno Most, der zugleich als Moderator fungierte, diskutierten Vertreter aus Bundeswehr, Behörden, Forschung, Industrie und Hilfsorganisationen aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Lösungsansätze im Bevölkerungsschutz unter CBRN-Bedingungen. Neben den hochkarätigen Referenten konnten sich die rund 200 Teilnehmer bei der begleitenden umfangreichen Industrieausstellung informieren. Generalarzt Dr. Bruno Most betonte in seiner Einführung die zentrale Bedeutung der zivil-militärischen Zusammenarbeit sowie die Notwendigkeit, die Fähigkeiten und Schnittstellen zwischen Bund, Ländern und Kommunen weiter zu stärken.

Andreas Bausewein, Staatssekretär im Thüringer Innenministerium, stellte die Organisation und Struktur des Thüringer Bevölkerungsschutzes vor. Prof. Dr. Simon Little, Vizepräsident der Johanniter-Unfall-Hilfe, forderte in seiner Keynote eine rechtliche Gleichstellung der ehrenamtlichen Helfer mit den Angehörigen der Feuerwehr. Er verwies auf die große Bedeutung der Resilienz und der Aufgabensicherung im Zivilschutz sowie auf die Notwendigkeit, Doppelfunktionen von Helfern zwischen Bundeswehr und Hilfsorganisationen besser zu koordinieren.

Oberst Klaus Glaab, Kommandeur des Landeskommandos Thüringen, erläuterte eindrücklich die aktuelle Bedrohungslage, den Operationsplan Deutschland und machte deutlich, dass militärische und zivile Verteidigung nur gemeinsam funktionieren können. Er forderte eine allgemeine Dienstpflicht und warnte vor zu schnellen Forderungen nach militärischen Maßnahmen der Drohnenabwehr über zivilem Gebiet. Zudem betonte er die Bedeutung lokaler Anpassungen in den kommunalen Krisenplänen, um kritische Infrastrukturen und besonders schutzbedürftige Personen zielgerichtet zu versorgen.

Nils Machinia vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) stellte den medizinischen CBRN-Schutz als entscheidenden Baustein der Gesamtverteidigung vor. Neben der Beschaffung von CBRN-Selbsthilfesets und Atropin-Autoinjektoren liege der Fokus auf verstärkter Ausbildung und besserer Verzahnung mit militärischen Konzepten. Auch Dr. Christian Herzog vom Robert Koch-Institut (RKI) gab Einblicke in die Fähigkeiten und Strukturen zur Bekämpfung biologischer Bedrohungen. Das RKI arbeitet eng mit Sicherheitsbehörden zusammen und verfügt über operative Einheiten, die bundesweit einsatzfähig sind.

Weitere Beiträge beleuchteten radiologische und chemische Gefahren. Dr. Florian Gering vom Bundesamt für Strahlenschutz erklärte, dass die psychologische Betreuung („Worried Well People“) bei Strahlennotfällen ein zentraler Faktor sei, um Versorgungsstrukturen zu entlasten. Oberst Stephan Saalow, Kommandeur des ABC-Abwehrkommandos der Bundeswehr, machte deutlich, dass die NATO gegenwärtig mehr Fähigkeiten fordere, als derzeit verfügbar seien. Das Gefecht laufe auch unter ABC-Bedingungen weiter, bekräftigte er. Die Aufgabenerfüllung habe höchste Priorität. Die Ausbildung und Ausrüstung der Kräfte zu gewährleisten, sei ebenfalls Aufgabe seiner Einheit.

Oberstarzt Prof. Dr. Matthias Port betonte, dass das “Verwaltungsmonster Beschaffung” gebändigt werden müsse, die Bedeutung der Qualifikationsharmonisierung zwischen zivilen und militärischen Sanitätseinheiten und die Kommunikationsfähigkeit der Kräfte im Einsatz unter ABC-Schutz, während Prof. Dr. Roman Wölfel und Prof. Dr. Dirk Steinritz neueste Erkenntnisse zu biologischen und chemischen Kampfstoffen darstellten. Besonders eindrücklich waren die Schilderungen zur Gefährlichkeit von Nowitschok und den Anforderungen an Krankenhäuser bei der Versorgung kontaminierter Patienten.

Der zweite Veranstaltungstag widmete sich stärker den praxisnahen Fragen. Jürgen Schreiber (DGKM e.V.) forderte eine verbesserte Vernetzung aller Akteure in der CBRN-Gefahrenabwehr und wies auf die Doppelverplanungen von Einsatzkräften hin. Dieter Oberndörfer von der Branddirektion Frankfurt/Main betonte in seinem Vortrag die Notwendigkeit einer zentralen Steuerung und klarer Abläufe zwischen Einsatzstelle und Krankenhaus.

In einer abschließenden Podiumsdiskussion unter Leitung von Generalarzt Dr. Bruno Most kamen Vertreter aus Wissenschaft, Bundeswehr und Behörden zusammen, um Fragen des Auditoriums zu diskutieren. Einigkeit herrschte darüber, dass bestehende Konzepte weiterentwickelt und die interdisziplinäre Zusammenarbeit vertieft werden müssen.

Das CP-Symposium zeigte eindrucksvoll, dass Deutschland über vielfältige Kompetenzen und engagierte Akteure im Bereich CBRN-Schutz verfügt – zugleich aber die Verzahnung, Ausbildung und rechtlichen Rahmenbedingungen noch weiter gestärkt werden müssen. In Anlehnung an ein Zitat von Prof. Dr. Sönke Neitzel schloss Generalarzt Dr. Bruno Most die Veranstaltung mit den Worten: „Mehr Scharnhorst wagen“ – ein Appell, mutig zu denken, entschlossen zu handeln und Reformen im Bevölkerungsschutz mit Weitblick voranzutreiben.

44

Speakers

50

Fachaussteller

2.000

m² Ausstellfläche

450

Fachbesucher

Veranstaltungsort

Steigerwaldstadion Erfurt
Mozartallee 3 | 99096 Erfurt

Das CP-Symposium wird im Parksaal des Steigerwaldstadions stattfinden.

Industriepartner 2026

Eindrücke der letzten Veranstaltung

(Fotograf: Sascha Schürmann)

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